Ich möchte nicht Max Prosa sein. Das hat zwei Gründe: 1. Ich bin ganz zufrieden mit mir selbst. 2. Ich wäre tierisch genervt, wenn ich ein Album veröffentlichen würde und in fast jeder Kritik tauchen an prominenter Stelle Namen wie Tim Bendzko und Philipp Poisel auf. Da! Es ist auch hier geschehen! Klar, junge Frauen brauchen Musiker, die sie anhimmeln können. Und das geht besonders gut wenn junge Männer Gitarre spielen. Wenn sie dann noch melancholische Texte schreiben und ein wenig nachdenklich unter den Wuschelhaaren hervorgucken können – umso besser. Dass Max Prosa aber viel mehr ist als nur ein Imageabziehbild oder eine Kopie der Herren Clueso, Poisel und Co., zeigt sein Album, wenn man genau hinhört. Denn ehrlich gesagt ist sein deutschsprachiger, akustischer Neo-Folk viel näher an Gisbert zu Knyphausen und in der Nachbarschaft von Element of Crime angesiedelt. Die Grundstimmung ist meist Melancholie, verhandelt werden die großen Themen zwischen Freundschaft, Liebe und Auf- und Ausbruch. Auch Assoziationen zu Bright Eyes kommen einem in den Sinn. Aber wollen wir ihm jetzt nicht die Bürde auferlegen, der deutsche Conor Oberst sein zu sollen.