| Er ist erst 22, hat aber - wenn man seinen Ausführungen glauben darf - schon einiges erlebt. Denn Robert Francis ist mit Altmeister Ry Cooder verwandt, hat das Gitarre spielen von Chili Pepper John Frusciante erlernt und war mit Hello Stranger, der Band seiner älteren Schwestern, auf US-Tour. Wo er die vermeintliche Liebe seines Lebens traf - die sich als regelrechter Alptraum erwies: „Sie hat Drogen genommen, geklaut, ist fremdgegangen und hat mich zum seelischen Wrack gemacht", sinniert das schmächtige Männchen. „Wegen ihr war ich drei Jahre in Behandlung und habe dieses Album gemacht." Das sich als nonchalante Abrechnung mit der Ex erweist, die er mal als „größten Fehler meines Lebens", als „Psycho-Bitch" oder „eingetretene Cola-Dose" bezeichnet - und zu der Schlussfolgerung kommt: „In den nächsten Jahren kann ich mir keine weitere Beziehung vorstellen." Was der smarte Kalifornier mit einem sphärischen Pop/Rock in der Schnittmenge zwischen Chris Issak, Mazzy Starr und Jeff Buckley unterlegt. Sehr einfühlsam, harmonisch und wie geschaffen, um von der tiefgründigen lyrischen Thematik abzulenken: „Ich will die Menschen nicht mit meinen Problemen belasten", so Robert. „Deshalb ist das Album so angelegt, dass man auch einfach nur die Musik genießen kann - ohne sich mit den Inhalten zu befassen." Was funktioniert: Die Single ´Junebug´ läuft im Radio rauf und runter, und erste Konzerte im Vorprogramm von Milow bzw. Joss Stone haben ihm eine treue Fanbase beschert. Der Beginn von etwas ganz Großem? | |